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Wunderland-Brocki
24. April 2024

«Gratis = Wertlos?» Oder «Zeit ist Geld!» Fast täglich werde ich als Brocki Betreiberin gefragt, ob man «am Preis noch was machen kann». Klar, wer in einer Brockenstube einkaufen geht, hofft natürlich immer auf ein Schnäppchen der ganz besonderen Art. Brocki Artikel sind ja meist generell schon ein Schnäppchen, wenn man mit den Preisen vom normalen Detailhandel vergleicht. Trotzdem reicht das vielen Brocki Kunden noch nicht aus. Viele wollen den Preis «umsverworge» nach unten drücken, so gut es nur geht. Ich hatte sogar schon einmal eine Kundin, welche eine Langenthaler Porzellantasse für 1 Franken auf 25 Rappen runterhandelte. Bitte nicht falsch verstehen! Ich gebe gerne einen Mengenrabatt und ich verschenke auch oft etwas. Aber als Brocki-Betreiberin um jeden einzelnen Rappen dermassen kämpfen zu müssen, obwohl die Preise bereits jetzt schon entsprechend niedrig sind, ist sehr entmutigend. Schon oft habe ich zu hören bekommen: «Du hast die Sachen ja sowieso gratis bekommen, dann kannst du sie ja auch mal gratis weitergeben. Hast schliesslich selber auch nichts dafür bezahlt und dadurch auch keinen Verlust.» Solch eine Aussage ist schon ziemlich schmerzhaft. Und sie stimmt auch nicht. Nicht wirklich. Ja, ich bezahle kein Geld für meine Brocki-Sachen. Bezahlen tue ich aber definitiv dafür, und zwar nicht gerade wenig. Jeder Mensch kennt den Spruch: «Zeit ist Geld», nicht wahr? Ich investiere sehr, sehr, sehr viel Zeit in mein kleines Brocki. Im Durchschnitt habe ich eine 45 bis 50 Stunden Woche. Also 45 bis 50 Stunden in der Woche, die ich für oder im Brocki arbeite. Mit den normalen Öffnungszeiten von «nur» 22,5 Stunden in der Woche hat dies nicht viel zu tun. Viele Arbeiten können gar nicht während den Öffnungszeiten erledigt werden, weil man dann den Brocki-Besuchern im Weg wäre. Andere Brocki bezogene Arbeiten wie zum Beispiel die Buchhaltung, die Arbeit an der Homepage und gewisses Marketing können auch schlecht während den Öffnungszeiten erledigt werden, weil die Konzentration fehlt, wenn Besucher im Brocki unterwegs sind. All diese Dinge werden bei mir am Vormittag oder am Sonntag erledigt, wenn das Brocki geschlossen hat. Und wenn ich dann mal frei habe, habe ich nicht wirklich «frei». Wenn ich einkaufen oder mit meinen Hunden spazieren gehe, bin ich trotzdem immer irgendwie am Arbeiten. Es ist nicht nur die gedankliche Organisation, ich muss auch sonst immer parat für meine Kunden sein. Ganz egal, ob sie während den Öffnungszeiten zu mir ins Brocki kommen oder ob ich ihnen beim Einkaufen in der Migros, beim Spazieren mit den Hunden oder sogar im Thermalbad beim Relaxen über den Weg laufe. Sogar, wenn ich am Sonntag im Garten arbeite und meine Seele baumeln lassen möchte, MUSS ich bereit für einen Kundenkontakt sein, wenn Spaziergänger am Gartenzaun stehen bleiben und mich ansprechen. Ich arbeite also praktisch IMMER! Und meistens verdiene ich in erster Linie nicht einmal etwas dabei. «Ich will das gratis haben, du hast ja schliesslich auch alles gratis bekommen!» Autsch! Das heisst für mich so viel wie: «Das Zeug in deinem Brocki deine investierte Zeit ist sowieso nichts wert!» Also bin auch ich nichts wert? Das tut mir schon arg weh im Herzen. Wenn ich die Zeit, die ich für mein Brocki aufwende, für einen normalen Job gebrauchen würde, hätte ich als ausgelernte Medizinische Praxisassistentin in meinem Alter laut Lohnrechner einen ungefähren Lohn von ca. 6’000.- im Monat. Immerhin. Weil ich aber meine ganze Zeit in mein Brocki investiere, kann ich nicht extern arbeiten gehen und Geld verdienen. Genau dieses Geld bezahle ich jeden Monat in Form von Zeit. Anders gesehen kann man sagen, mein Brocki und die Artikel darin kosten mich etwa CHF 6'000.- JEDEN MONAT! Es stimmt, die Waren in meinem Brocki habe ich tatsächlich gratis bekommen und sie haben mich theoretisch nichts gekostet. Praktisch gesehen kosten sie mich jedoch etwa 6'000.- Franken, und zwar jeden Monat, die ich in Form von Zeit = Geld in mein Brocki investiere. Sich diese Umrechnung einmal zu Herzen zu nehmen hilft vielleicht den ewigen «Was letzte Preis» Menschen, mir und meinem kleinen Brocki mit ein wenig mehr Anerkennung und Wertschätzung zu begegnen. Denn JEDER von uns hat Anerkennung und Wertschätzung verdient!

Zeit ist Geld
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Wunderland-Brocki
17. April 2024

Auch für ein Brocki ist eine schöne Präsentation der Waren sehr wichtig. Wer will schon etwas kaufen, das er oder sie gar nicht richtig anschauen kann? Vor allem bei Schuhen/Stiefeln oder auch Handtaschen ist es oft "Liebe auf den ersten Blick", der eine Kaufentscheidung ausmacht. Bei mir im Wunderland-Brocki hat es gerade ziemlich viele schöne Stiefel, die leider einfach nicht richtig zur Geltung kommen, wenn man sie einfach so ins Regal stellt. Da müssen Stiefelspanner her! Diese sind aber für ein Brocki ziemlich teuer... Lösung: SELBER MACHEN!!! Dank Pinterest und Google habe ich ein paar Ideen gesammelt und mit dickem Kopierpapier und Laminierfolie kurzerhand selber ein paar Stiefelspanner gebastelt. Kann sich doch sehen lassen?! :-)

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Alice's

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